150 Jahre Sozialdemokratie in Deutschland - Gedanken

Veröffentlicht am 25.05.2013 in Allgemein
Michael Schaller

150 Jahre Sozialdemokratie – eine wechselvolle Geschichte für unsere Partei in einer wechselvollen Zeit, einer Zeit, wo Arbeitnehmer/-innenrechte nicht vorhanden waren, wo der Dienstherr das tägliche Leben oder eher Überleben massiv beeinflusste.

1863 von Ferdinand Lasalle  als sog. Arbeiterverein gegründet blicken wir heute auf 150 Jahre zurück, auf die wir stolz sein können. Unsere Partei, ihre Mitglieder, diejenigen, die in all den Jahren Verantwortung in Parlamenten trugen, haben stets für die Demokratie gekämpft und dabei gegen rechten oder linken Extremismus standgehalten.  

Die SPD wurde mehrfach verfolgt und bekämpft, wurde verboten und trotzdem stehen wir heute als Partei immer noch für soziale Gerechtigkeit und Demokratie. Und wenn ich sage „SPD“ , dann stehen hinter dieser Aussage natürlich  Personen, Frauen und Männer, die diese Repressalien auszuhalten hatten – auch bis zum Tod. Oftmals in der Geschichte wurden Mitgliedern unserer Partei böse mitgespielt. Wir haben uns nicht verbiegen lassen, wir brauchten nicht unseren Parteinamen zu ändern, auch damals nicht, als die Nazi-Diktatur vor der Tür stand und Otto Wels mit allen 94 Abgeordneten der SPD im Reichstag das Ermächtigungsgesetz ablehnten, alle anderen stimmten dafür. „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht,“ waren seine Worte in der letzten freien Rede, die im Berliner Reichstag gehalten wurde.

Wir standen und stehen gerade in der Neuzeit für einen modernen Sozialstaat, auch wenn manche Entscheidungen auf dem Wege dahin weh taten und noch tun. Rückblickend – und ich spreche insbesondere die Ära Gerhard Schröder und die Agenda 2010 an – bekräftigen viele Wirtschaftsexperten die positiven Auswirkungen und die Weitsicht besonders im Hinblick auf die aktuelle wirtschaftliche Situation unseres Landes im Vergleich mit unseren europäischen Nachbarn. Uns als Partei hat diese „Agenda 2010“ wehgetan und tut es heute noch. Viele langjährige Mitglieder haben uns aus Verbitterung verlassen – sicher zum Teil auch aus berechtigten Gründen. Und sicher gehört das eine oder andere der Agenda 2010 noch auf den Prüfstand und sollte geändert werden – sozusagen Ecken gerundet werden.

Ich bin aber auch der Meinung, dass in der Nachbetrachtung und in der Bewertung der Agenda 2010 von denjenigen, die unsere Partei verlassen haben, auch über einen Wiedereintritt in die SPD nachgedacht werden sollte. 

„Wenn man weiß wo man herkommt weiß man auch, wo man hingeht.“ Die Geschichte in der man sich bewegt gibt immer das Fundament der Zukunft – auch der Zukunft einer Partei.

Dies der jungen Generation zu vermitteln ist unser aller Aufgabe .

 

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